So trotzen Sie der E-Mail-Spamflut

Jeder kennt sie, niemand mag sie. Die Rede ist von Spamnachrichten im E-Mail-Posteingang. Die Bandbreite der Spamversender ist groß. Nigerianische Prinzen, chinesische Anbieter von sonderbaren Produkten, aber auch hiesige Unternehmen beglücken uns regelmäßig mit Müllnachrichten. Auch wenn sich die Spamflut wohl nie ganz vermeiden lässt, so gibt es doch ein paar Möglichkeiten der Gegenwehr.

Diebstahl-Check

Das Hasso-Plattner-Institut bietet einen kostenlosen Service, der prüft, ob eine E-Mail-Adresse in einer illegalen Identitätsdatenbank enthalten ist. Innerhalb weniger Minuten erfährt man, ob persönliche Daten im Netz veröffentlicht wurden. Einschränkend ist zu sagen, dass das Ergebnis nur den aktuellen Stand darstellt. Denn bevor persönliche Daten in illegalen Datenbanken landen, werden sie zuerst möglichst gewinnbringend in diversen Formen des Onlinebetrugs ausgeschlachtet. Der regelmäßige Kontrollblick auf Kontobewegungen und Kreditkartenabrechnungen lohnt sich auf jeden Fall. Link zum Hasso-Plattner-Institiut

Absender in nervtötende E-Mail-Konversation verwickeln

Das neuseeländische NGO Netsafe hat die Chatbot-Software Re:scam entwickelt, die Onlinebetrüger in sinnlose Endloskonversationen verwickelt. Re:scam steigt anstelle des Spamopfers in den E-Mail-Verkehr ein und generiert in wechselnden Abständen täuschend echt wirkende Antworten. Hierzu werden auch sprachliche Tricks – wie Rechtschreibfehler oder Umgangssprache – angewendet. Zudem sendet der Chatbot die Antworten zu unterschiedlichen Zeiten und versucht Verwirrung mit angeblich nicht erhaltenen E-Mails oder Anhängen zu stiften. Ziel ist es das Ganze so lange wie möglich hinauszuzögern, indem immer wieder neue Aspekte eingebracht werden. So steigt plötzlich der Enkel in die Konversation ein und möchte alles nochmal erläutert haben. Oder es wird nachgefragt, ob man die von den Kriminellen geforderte Gebühr auch mit Tankgutscheinen begleichen kann. Sehr erheiternd ist auch die Nachfrage, ob die Illuminati Bingoabende veranstalten. Dies sei eine Grundvoraussetzung für den angebotenen Umzug zu den Erleuchteten.

Spammails können einfach an me@rescam.org geschickt werden, dann legt Re:scam los. Derzeit ist der Dienst allerdings offline, weil ein Nachfolgeprodukt vorbereitet wird. Und bisher wurde dieser Service nur in Englisch angeboten.

Umsichtiges Verhalten

Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten ist sicher der wirkungsvollste Weg, um sich vor Spam zu schützen. Hier einige Tipps:

  • Für Online-Accounts, Newsletter etc. eine separate (unwichtige) E-Mail-Adresse verwenden.
  • Möglichst lange Passwörter mit Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen verwenden.
  • Unterschiedliche Passwörter für die verschiedenen Konten verwenden.
  • Passwörter wichtiger und sensibler Konten regelmäßig ändern.
  • Nicht auf Spam-E-Mails antworten.
  • Bei E-Mails mit Aufforderung zur Herausgabe sensibler Daten erst Rücksprache z.B. mit dem Bankinstitut halten.

 

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