Erfolgsfaktoren für Software-Projekte

Software-Projekte bringen weitreichende Veränderungen mit sich, weil sie in die wesentlichen Bereiche eines Unternehmens eingreifen. Zudem binden sie viele Ressourcen auf personeller und finanzieller Ebene. Die Praxis zeigt, dass Software-Projekte häufig von Irritationen begleitet werden. Deshalb ist es sinnvoll, sich im Vorfeld eines Veränderungsprozesses mit den entscheidenden Erfolgsfaktoren auseinander zu setzen, um die Projekte bestmöglich zum Ziel zu führen. Der folgende Text stellt gezielt Erfolgsfaktoren für Software-Projekte vor. Er basiert auf dem Vortrag „Wege zum Wandel“ von Dr. Kora Kristof bei den Tagen der Utopie 2013 in St. Arbogast. Dabei schilderte sie ihre Erfahrungen über das Management von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Dr. Kristof hat in ihrer Habilitation „Models of Change“ die wesentlichen Erfolgsfaktoren für Veränderungsprozesse in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, der Politik und der Wirtschaft untersucht und ist dabei auf immer wieder ähnliche Erfolgsmuster gestoßen. Das Ziel dieses Beitrags ist es, diese erstaunlich vielen Gemeinsamkeiten auf Software-Projekte zu übertragen und die ermittelten Erfolgsfaktoren für die Praxis nutzbar zu machen.

Change Agents – die Akteure der Veränderung

Change Agents sind die wesentlichen Antriebskräfte der Veränderung. Sie entwickeln Visionen und Veränderungsideen und entwerfen erste Lösungsvorschläge. Sie zeichnen sich als kreative Ideengeber aus, die Spaß an der Veränderung haben und Umsetzungsqualitäten mitbringen. Die vier Rollen der Change Agents nach dem sog. Promotorenmodell sind folgende:

  1. Fachebene:
    Diese Ebene beinhaltet die Fachkompetenz, um eine Veränderungsidee und dazu passende Lösungen zu entwickeln und deren Umsetzung fachlich zu begleiten. In Software-Projekten erstreckt sich die Fachkompetenz sowohl auf das Know-how in den einzelnen betrieblichen Bereichen als auch auf die Kenntnis der Software, die im Unternehmen implementiert werden soll.
  2. Prozessebene:
    Der Begriff Prozess ist hier im Zusammenhang mit der angestrebten Veränderung zu sehen und ist von der Bedeutung des Begriffs in der Softwarebranche zu unterscheiden, wo er als betrieblicher Ablauf verstanden wird. Dr. Kristof führt dazu aus: „Die Prozess-promotorenebene kombiniert die Fach- und Führungskompetenz, um Probleme zu definieren, Veränderungsprozesse zu gestalten und mit den Beteiligten zu kommunizieren.
  3. Machtebene:
    In dieser Ebene ist die Entscheidungsbefugnis über Personal und Budget angesiedelt. Bei Software-Einführungen stellt dies öfters ein Hemmnis dar, wenn es keine klaren Regeln für den Handlungsspielraum des Projektleiters gibt.
  4. Beziehungsebene:
    Diese Sozialkompetenz zielt auf die Kenntnis der Netzwerke und den erfolgreichen Umgang mit den Beteiligten. Es gilt, Konflikte und Widerstände möglichst frühzeitig zu erkennen. Auch im Rahmen von Software-Projekten ist dies durchaus ein Thema. Beispielsweise dann, wenn einzelne Beteiligte oder gar ganze Abteilungen nicht ausreichend an der Projektumsetzung mitwirken.Diese vier Punkte bilden ein sehr breites Spektrum ab. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, in Software-Projekten die Verantwortung nicht nur auf den Projektleiter zu übertragen. Im Idealfall können die Mitarbeiter des Software-Anbieters Teilrollen der Change Agents ausfüllen. Zur Erhöhung der Erfolgsaussichten sollten aber auch im Unternehmen frühzeitig Change Agents identifiziert und eingebunden werden. Neben der Geschäftsführung ist auch das mittlere Management gefordert und es gilt, alle betroffenen Mitarbeiter in den Veränderungsprozess zu integrieren.

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